„Du hast Macht über deinen Geist, nicht über Geschehnisse außerhalb dessen. Erkenne das, und du wirst Stärke finden.“ (Mark Aurel)

Lese-Raum

Literatur zur Stoa

Es gibt eine enorme Fülle an Literatur zur Stoa und ihren Lehren. (Das fast 70-seitige Literaturverzeichnis von Maximilian Forschner in „Die Philosophie der Stoa“ vermittelt einen Eindruck davon.) Allerdings sind nur wenige Originaltexte vorhanden. Und aus der Sekundärliteratur sind die lesenswerten deutschen Texte, die sich mit der praktischen Anwendung der Stoa befassen, überschaubar.

 Originaltexte der Antike 

Nur sehr wenige Originalschriftstücke der Stoiker sind überliefert. Vollständige Texte besitzen wir nur von Seneca, Epiktet und Mark Aurel.

  • Die Briefe, Essays und Dialoge des römischen Staatsmannes Seneca, der ein Berater des Kaisers Nero war.
  • Das „Encheiridion“ (Handbüchlein) sowie fünf weitere Bücher von Epiktets „Lehrgesprächen“, die von seinem Schüler Arrian zusammengetragen wurden.
  • Die „Selbstbetrachtungen“, ein privates stoisches Notiz- oder Tagebuch des römischen Kaisers Mark Aurel, der von Epiktet beeinflusst wurde.

Eine gute Zusammenstellung verschiedener Texte findet sich z.B. in dem Reclam-Bändchen “Die Philosophie der Stoa”, herausgegeben von Wolfgang Weinkauf (340 S.).

Empfehlenswerte Einführungen

Wenn Sie wissen möchten, ob die Stoa für Sie eine passende Lebensphilosophie ist, und wie die Stoa ihre Haltung zum Leben verändern kann, lassen sich folgende Bücher empfehlen. Wer bisher noch keine Berührung mit der Lehre der Stoa hatte, sollte hiermit anfangen.

William B. Irvine, Eine Anleitung zum guten Leben: Wie Sie die alte Kunst des Stoizismus für Ihr Leben nutzen (314 S.)

Das Buch ist – nach Umfang und Inhalt – die perfekte Einführung in ein modernes Verständnis der Stoa. Den Klassiker, der bisher nur auf Englisch zu erhalten war, gibt es nun auch in deutscher Übersetzung. Die Darstellung ist – sehr alltagstauglich – darauf ausgerichtet, wie man in der heutigen Zeit die Ideen der Stoiker für sich nutzen kann – und bietet dazu verschiedene praktische Übungen an.

Massimo Pigliucci, Die Weisheit der Stoiker – Ein philosophischer Leitfaden für stürmische Zeiten (280 S.)

Für den Leser, der auf deutschsprachige Literatur angewiesen ist, kann dieses Buch als Einführungslektüre unbedingt empfohlen werden. Der Autor versteht es, auf ebenso kompetente wie unterhaltsame Weise die Ideen der Stoa zu vermitteln. Dass der Autor immer wieder auch seine persönlichen Erfahrungen im alltäglichen Umgang mit der Stoa einfließen lässt, macht die Darstellung sympathisch und verständlich.

Donald Robertson, Denke wie ein römischer Herrscher – Die stoische Philosophie des Mark Aurel (300 S.)

Der Autor greift auf seine eigene Expertise als Psychotherapeut zurück, um zu zeigen, wie sich die Lehren der Stoa auf die praktische Lebensgestaltung anwenden lassen und wie Schicksalsschläge und Herausforderungen gemeistert werden können. Das Besondere: Anhand der Lebensgeschichte von Mark Aurel lassen sich die stoischen Prinzipien – am lebenden Beispiel des römischen Kaisers – gut verständlich und spannend darstellen.

Jonas Salzgeber, Das kleine Handbuch des Stoizismus – Zeitlose Betrachtungen, um Stärke, Selbstvertrauen und Ruhe zu erlangen (300 S.)

Das Buch ist für Einsteiger sehr geeignet. Es stellt die wesentlichen Aspekte des Stoizismus leicht verständlich dar. Der Schwerpunkt liegt auf der praktischen Nutzanwendung der Prinzipien des Stoizismus für die eigene Lebensgestaltung. Dazu werden immerhin nicht weniger als 55 „stoische Übungen“ angeboten. Das Buch spricht – auch wegen der Jugendlichkeit seines Autors – möglicherweise vor allem junge oder jung gebliebene Stoa-Novizen an.

Weitere lesenswerte Literatur

In letzter Zeit sind eine Vielzahl neuer Bücher zum Stoizismus als E-Book erschienen. Hier eine Auswahl:

  • Martin Klug: STOIZISMUS – Die umfassende Lehre der Stoa! Erlangen Sie mit diesen 10 Prinzipien die Macht über Ihre Gefühle & entwickeln Sie eiserne Stärke sowie Gelassenheit für jede Lebenssituation
  • Abraham Becker: Stoizismus – Der vollständige Leitfaden zur Anwendung von Stoizismus auf den Alltag, um Weisheit, Vertrauen und Belastbarkeit mit der Philosophie der Großen zu gewinnen.
  • Johannes Lichtenberg: Stoizismus – Die Philosophie der Resilienz und Gelassenheit: Wie du die Lehre der Stoa im Alltag verwendest, gezielt deine Resilienz erhöhst, Gelassenheit lernst und deine Emotionen kontrollierst.
  • Patrick Hohensee: Stoizismus 2.0 – Wie Du jede Krise meisterst – Die Kunst ein ausgeglichenes und glückliches Leben führen zu können
  • Marcus Wagenhof: Stoizismus – Wie Sie durch die Philosophie und Lehre der Stoa die völlige Kontrolle über Ihre Emotionen erhalten, Ihre Resilienz steigern und zur absoluten inneren Ruhe und Gelassenheit finden
  • Alexander Grafeneder: Stoizismus – Durch die Lehre der Stoa Resilienz trainieren
  • Marcus Raither: Stoizismus – Was Sie noch heute von der Philosophie der Stoa unbedingt lernen sollten! Das Wissen der Stoiker gezielt mit diesen Tipps & Tricks anwenden
  • Richard Fromm: Stoizismus – Wie Sie mit diesem ultimativen Stoizismus Buch mehr Gelassenheit und Resilienz in Ihrem Leben erfahren
  • Theobald Friedrich: STOIZISMUS – Die heutige Lehre der absoluten Gelassenheit
  • Nora Sandberg: STOIZISMUS – Das kleine 1×1 des Glücks für Frauen – Mit der Glücksstrategie der Stoiker Selbstliebe, positives Denken und Gelassenheit trainieren um Mental Load und Depressionen vorzubeugen

Patrick Ussher, Stoizismus heute – Eine antike Philosophie für die moderne Zeit (250 S.)

Das Werk stammt vom Team des „Stoicism Today“, das seit 2012 jährlich eine „Stoic Week“ organisiert und dazu den Teilnehmern praktische Übungen, Anleitungen und Ratschläge an die Hand gibt. Ihr Buch ist eine Sammlung höchst unterschiedlicher Aufsätze zur stoischen Ethik. Man merkt, dass sie von Personen geschrieben wurden, die sich vor allem praktisch mit der Stoa beschäftigt haben.

Ryan Holiday, Der tägliche Stoiker – 366 nachdenkliche Betrachtungen über Weisheit, Beharrlichkeit und Lebensstil (420 S.)

Das Buch enthält für jeden Tag des Jahres ein Zitat eines Stoikers, das vom Autor kurz erläutert und eingeordnet wird, so dass es den Leser zum Weiterdenken anregt. Es ist nicht unbedingt als allererstes Einführungsbuch geeignet, kann aber jedem empfohlen werden, der mit den Grundlagen der Stoa bereits vertraut ist und nun in regelmäßigen kleinen Dosen darüber reflektieren möchte.

Max Pohlenz, Die Stoa – Geschichte einer geistigen Bewegung (490 S.)

Das Werk ist der „Klassiker“ unter den wissenschaftlichen Abhandlungen zum Stoizismus – erstmalig 1948 erschienen und heute in der 8. Auflage vorliegend. Es gilt als „die umfassendste und gründlichste Darstellung“ der stoischen Philosophie. Wer ganz tief in die Gedankenwelt der antiken Stoiker eindringen will, findet hier viel „Futter“. Das Buch ist aber auch für den fortgeschrittenen ambitionierten Laien geeignet.

Maximilian Feldtner, Stoizismus – Die Tugenden und Prinzipien der Stoa (200 S.)

In diesem kurzen Ratgeberbuch werden – in unter drei Stunden Lesezeit – sowohl der historische Hintergrund als auch die praktische Bedeutung des Stoizismus dargestellt. Dazu gibt es auch noch ein paar praktische Übungen für den Alltag, die vor allem den stoischen Umgang mit Emotionen ausführlich und anschaulich erläutern.

Günther Holzinger, Handbüchlein zur Philosophie der Stoa – Theorie und Praxis einer philosophischen Lebensform (75 S.)

Der Autor bringt die komplexe Philosophie der Stoa auf nur wenigen Seiten auf den Punkt. Dabei gelingt es ihm, in dem schlanken „Handbüchlein“ neben den theoretischen Grundlagen auch die wichtigsten praktischen Übungen gut nachvollziehbar darzustellen. Eine Empfehlung für Leser, die es kurz und kompakt mögen.

Andreas Urs Sommer, Die Kunst der Seelenruhe – Anleitung zum stoischen Denken (160 S.)

Ein kurzes, aber gut geschriebenes Taschenbuch, das die stoische Lehre unkonventionell angeht und ihre Praxistauglichkeit deutlich macht. Verschiedene zentrale Themen (wie Religion und Wissenschaft, Liebe und Leben) werden jeweils aus der – unterschiedlichen – Sicht „der Diagnostikerin“ und „des Therapeuten“ beleuchtet.

Maximilian Forschner, Die Philosophie der Stoa – Logik, Physik und Ethik (360 S.)

Das wissenschaftliche „Standardwerk“ enthält eine systematische Darstellung der drei großen Themenfelder der stoischen Philosophie: Logik, Physik und Ethik, zu denen es den Stand der Forschung der letzten Jahrzehnte aufarbeitet. Das Werk ist vor allem für Studium und Forschung geeignet, kaum für den praktisch interessierten Laien.

Anna Schriefl, Stoische Philosophie – Eine Einführung (340 S.)

Das Reclam-Büchlein liefert einen Überblick über die gesamte Lehre der antiken Stoa (Logik, Physik, Ethik) und ihren Einfluss bis heute. Es ist – wie das Werk von Forschner – eher aus wissenschaftlicher Sicht geschrieben.

Englischsprachige Literatur

A.A. Long, Epictetus – A Stoic and Socratic Guide to Life (310 S.)

Prof. Long, einer der führenden wissenschaftlichen Experten zum Stoizismus erläutert die Ideen und Ansichten von Epiktet zur Stoa. Das Buch – in englischer Sprache – ist anspruchsvoll, aber nicht vorrangig für ein Fachpublikum geschrieben, sondern auch für den interessierten Laien gut lesbar (wenn man des Englischen mächtig ist).

Antonia Macaro, More than Happiness – Buddhist and Stoic Wisdom for a Sceptical Age (213 S.)

Die Autorin stellt Verbindungen und Parallelen zwischen den Lehren des Stoizismus und des Buddhismus dar. Die spannende und kurz(weilig)e Abhandlung ist vor allem für Leser interessant, die sich bereits mit dem (Zen-) Buddhismus beschäftigt haben und nun die Berührungspunkte und Grenzlinien zum Stoizismus näher betrachten möchten.