Innere Schönheit entdecken

Sie sind allgegenwärtig in Werbung und Filmen: Schöne Menschen mit wohlgeformtem Körper und trendiger Frisur. Man sieht sie dort, weil wir uns selbst gerne so sehen würden. Ihr Schönheitsideal lässt uns beim Blick in den Spiegel mit uns selbst hadern: Wie glücklich könnte unser Leben doch sein, wenn wir nur … nicht so dick wären … nicht so eine große Nase hätten … nicht so widerspenstiges Haar hätten …! Aber hängt unser Lebensglück wirklich davon ab?

„Du bist nicht dein Körper oder deine Frisur, sondern die Fähigkeit, richtig zu entscheiden. Wenn deine Entscheidungen schön sind, wirst du es auch sein.“ (Epiktet, Lehrgespräche)

 

Für den Stoa-Lehrer Epiktet ist die Sache ganz klar: Was eine Person ausmacht, sind nicht ein gut trainierter Körper oder eine perfekt sitzende Frisur. Entscheidend sind die inneren Werte, die handlungsleitend sind. Und entscheidend ist nicht, wie du für andere aussiehst, sondern was du für andere tust.

Epiktet verkennt dabei nicht die Macht von gutem Aussehen in unserer Gesellschaft, in der antiken ebenso wie in der heutigen. Und die Stoa lehnt Schönheit auch nicht pauschal ab – aus moralischen oder ethischen Gründen. Überhaupt tritt der Stoiker Epiktet hier überhaupt nicht mit erhobenem Zeigefingen auf. Er möchte uns vielmehr ermutigen, genauer hinzuschauen: In jedem Menschen gibt es eine innere Schönheit, die aus seinem Charakter entsteht und die wir erkennen können, wenn wir uns die Mühe machen, nicht nur auf Äußerlichkeiten zu achten und hinter die Fassade zu schauen. „Wenn deine Entscheidungen schön sind, wirst du es auch sein.“ Wir sollten uns dies jeden Morgen vor dem Spiegel selbst zurufen.

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